Aufgeräumt

Das alljährige „Ramadama“ ist nicht nur Arbeit, es macht den Beteiligten auch richtig Spaß.

Ein Samstag im April 2018, morgens um acht Uhr. Am Penzberger Bauhof treffen die Helfer ein. Immer mit dabei: Arthur Weiglmeier, der diese Aktion vor 40 Jahren ins Leben gerufen hat. Einige, die jedes Jahr mitmachen. Aber auch viele Kinder und Jugendliche.

Warnwesten werden übergezogen, Arbeitshandschuhe ausgegeben, Müllsäcke verteilt. Bauhofleiter Christian Eberl sortiert die Gruppen, die dann von seinen Mitarbeitern zu ihren „Einsatzorten“ gefahren werden. An die hundert Leute durchstreifen an diesem Vormittag die Stadt und klauben all das auf, was achtlos oder – schlimmer noch – mit Absicht einfach so weggeworfen worden ist: Eispapier, Zigarettenschachteln, die Überreste von Fastfood-Menüs, Einwegflaschen, Kartons. An manch versteckterem Ort findet sich noch mehr: Töpfe, kaputtes Werkzeug, ein maroder Liegestuhl, ein verrostetes Fahrrad.  Nach drei Stunden ist auf diese Art ein beachtlicher Müllberg zusammengetragen. Die Stadt ist aufgeräumt. Und sie würde es auch bleiben, wenn alle ein bisschen Rücksicht nehmen würden. „Aber“, sagt der Bauhofchef, „es ist eh schon besser geworden. Früher war es noch viel schlimmer.

“Bleibt zum Abschluss der gesellige Teil: Bauhof und Feuerwehr sorgen für leibliches Wohl, die Bürgermeisterin dankt, die Bürgerinitiative „Rettet das Loisachtal“ spendet, die Presse kommt und macht Fotos – und ziemlich alle sind sich darin einig, im nächsten Jahr wiederdabei zu sein. „Es ist gut für die Stadt“, sagt ein Mädchen von der Alpenvereinssektion Neuland, die hier starkvertreten ist. Und ein Mann mittleren Alters fügt in breitem Bayerisch hinzu: „Und es macht ja aa Schbaaß ..."