Zeitsprünge

Ein wenig Nostalgie. Wie es einmal war und wie es heute ist.

Großer Bahnhof
1898 war die Bahnlinie Penzberg-Kochel eröffnet worden. 26 Jahre lang diente sodann eine Holzbaracke als Bahnhofsgebäude. 1924 wurde der „neue“ Bahnhof eröffnet. „Geprägt wird das Gebäude vor allem durchseine Arkaden mit den leicht orientalisch anmutenden Spitzbogen, einem damals beliebten Stilelement“, notiert der Verein für Denkmalpflege und Penzberger Stadtgeschichte.

Notariatsurkunde
wies das Haus als „Zierde der Stadt“ aus. Es bietet seit 123 Jahren ohne Unterbrechung beste medizinische Versorgung (mittlerweile gibt es insgesamt drei Apotheken in der Stadt).

Mädchenschule
Heute ist dieses Gebäude, erbaut 1898 bis 1900, Bestandteil des Gymnasiums Penzberg, Karlstraße 38-42. Die Zeit der Geschlechtertrennung ist längst vorbei. Vorbei hoffentlich auch die Diskriminierung in jenen Tagen, als Penzberger Bürger noch vehement gegen einen gemeinsamen Schulbesuch ihrer Kinder mit den Kindern der Bergarbeiter protestierten: „Die Bergarbeiterkinder gehören den verschiedensten Nationen an und sind manchmal nicht einmal der deutschen Sprache mächtig…“

Krankenhaus
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886 gab es in Penzberg nichts als eine Krankenstation. Erst 1904 entstand das Knappschaftskrankenhaus, dessen prachtvolle Fassade von der Straße „Am Schlossbichl“ nicht einzusehen ist. Immerhin ist das historische Gebäude erhalten und ergänzt das moderne Krankenhaus, betrieben vom Klinikum Starnberg, bis heute.

Kleinod Gasthaus Schönmühl
´Etwas versteckt nahe dem Loisachufer, dennoch weithin bekannt und beliebt: das Gasthaus Schönmühl. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1737 – seit fast300 Jahren wird im ältesten Gasthaus Oberbayerns bewirtet. Heutzutage begrüßt Familie Schiermeier die Gäste in der urgemütlichen Stube.

Gasthof Zur schönen Aussicht
Im Jahr 2009 hat der „Verein für Denkmalpflege und Penzberger Stadtgeschichte“ der Familie Schmid für die Restaurierung des prächtigen Gasthauses den ersten Penzberger Denkmalpreis verliehen. Nach alten Fotos war „Zur schönen Aussicht“ in den Urzustand von 1900 zurückversetzt worden. Heute ist das Traditionslokalkeine herkömmliche Gaststätte mehr, sondern ein idealer Veranstaltungsort. Und jeden Donnerstagvormittag gibt’s die köstlichen Weißwürste der Metzgerei Schmid (Reindl 3).

Kaffeemühlhäuser
Diese entfernt an die historische Kaffeemühlenform erinnernden Häuser entstanden in Folge der zunehmenden Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg. Quadratischer Grundriss, Walmdach – fehlt nur noch die Kurbel auf dem Dach…Zu sehen sind diese Beispiele genossenschaftlichen Bauens u.a. im Bereich Parkstraße im Rimini“ nämlich (Philippstraße 14), war dereinst die

Gaststätte „Glück auf!“
der, wo heutzutage Pizza und Pasta und vieles mehr serviert wird, beheimatet (erbaut 1899). In der Sichtachse ist 1928 die Stadthalle eröffnet worden – als „Palast der Arbeiterstadt“ das Pendant zum „Glück auf!“, wo sich vor allem die Bergwerksleitung und die „Oberen“ trafen.

Pfründnerheim
Das als Altenheim erbaute, „Pfründnerheim“ genannte Gebäude stammt von Josef Linder, jenem Architekten, der auch die Stadthalle und die evangelische Kirche entworfen hat. 1926 wurde es eingeweiht. Nach dem Bau des neuen Seniorenheimes wird das Pfründnerheim eine andere Nutzung erfahren – und als bauliches Kleinod der Stadt erhalten bleiben. Geschichtspfad Tipp für Interessierte: Im Bürgerbüro des Rathauses erhält man kostenlos das Faltblatt „Geschichtspfad und Bergbau-Rundweg“. Bei den empfohlenen Stadtspaziergängen begegnet man fast zwangsläufig den hier gezeigten historischen Gebäuden.