So ein Theater !

Vielfältig, bunt und von hoher Qualität – so stellt sich das Kulturleben in Penzberg dar. Ein Besuch im Theater, im Konzert, bei der Kleinkunst, im Kino.


Es gibt Städte, die sich über ihre historischen Sehenswürdigkeiten definieren. Oder über eine besondere Attraktion. Andere wiederum, und damit sind solche wie Penzberg gemeint, leben von ihrer Lebendigkeit. Und diese kommt vor allem durch ein reges, vielseitiges, sich immer wieder neu erfindendes Kulturschaffen zum Ausdruck. Es soll nicht wenige Städte von ähnlicher Größe (und darüber hinaus) geben, die Penzberg darum beneiden. Freilich, wenn man hier lebt, nimmt man es beinahe als selbstverständlich hin, dass immer „etwas geboten“ ist. Kino, Theater, Konzerte, Kleinkunst, dazu die Städtische Musikschule mit ihrem umfassenden Angebot an Ausbildung und Teilnahme. Es ist an der Zeit, einmal die Scheinwerfer auf Institutionen und Akteure zu richten.

So ein Theater 22KOMÖDIEN UND TRAGÖDIEN. ALLES.

Das Hauptproblem ist, Eintrittskarten zu ergattern. Zwei Wochen vor der ersten Aufführung beginnt der Vorverkauf. Wenn Rosi Freudenberg dann morgens in ihr Café am Rathausplatz kommt, wartet schon eine lange Schlange von Theaterbegeisterten. Und ehe man sich versieht, wird „Ausverkauft“ über die aktuellen Plakate geklebt. Das Oberlandler Volkstheater, gegründet 1908, ein Amateurtheater auf höchstem Niveau, lädt drei- bis viermal im Jahr zu Inszenierungen ein, die dann jeweils ein halbes Dutzend Mal aufgeführt werden. Dazu kommt noch ein besonderes Stück für Kinder. Das Spektrum reicht von der ländlichen Komödie bis hin zu Brecht oder Horvath, vom Lustspiel bis zur klassischen Tragödie. Gespielt wird auf der neuen Bühne im großen Saal der Stadthalle oder auf der kleinen Probebühne, wo es bei knapp 60 Plätzen geradezu familiär zugeht. Eines kann man vorweg sagen: Ein solcher Theaterbesuch ist immer ein Erlebnis! Was ebenso für das Starkbierfest gilt, das alle Jahre von den „Oberlandlern“ mit einem treffsicheren Singspiel und einer Fastenpredigt von hoher „Stammwürze“ gestaltet wird. Das Besondere ist, dass hier alles „handmade“ ist. Die Kulissen, die Kostüme, die Inszenierung, oft sogar die Stücke selbst – das Ganze wird von den Mitgliedern des Theatervereins gestemmt. „Natürlich werden wir oft gebeten, ein Stück wieder und wieder zu spielen“, sagt Claudia Herdrich, seit 2004 Leiterin des Theaters. „Aber es ist gar nicht leicht, alle Mitwirkenden für die intensiven Proben und für die Aufführungen terminlich zusammen zu bringen. Beim Bayerischen Jedermann zum Beispiel agieren 60 Leute auf der Bühne.“ Das sind mehr als die Hälfte der gut 100 Mitglieder. Das Altersspektrum reicht von elf bis über achtzig, was auch zeigt, dass nicht nur die „Alten“ am Theater aktiv sind. Dass man sich in Penzberg keine Nachwuchssorgen zu machen braucht, ist schon auf Claudia Herdrichs Vater zurückzuführen, der als einer ihrer Vorgänger die Leitung insgesamt 18 Jahre lang innehatte. Paul Herdrich war es, der in den 1990-ern eine Jugendgruppe ins Leben gerufen und Stücke für Kinder und Jugendliche ins Programm genommen hat. „Ich wundere mich manchmal, wenn andere Amateurtheater von Nachwuchssorgen sprechen“, sagt Claudia Herdrich. „Bei uns kommen die Jungen auf uns zu und fragen, ob sie mitmachen können.“ Die Zukunft also ist gesichert. Zumindest am Theater. „Wir feiern ja 2019 auch fast so etwas wie ein Jubiläum: 111 Jahre!“, sagt sie. „Mir ist wichtig, dass wir auch über das Jubiläum 2019 hinaus mit unseren Inszenierungen unterhalten, aber auch immer Stücke auf den Spielplan setzen, die zum Nachdenken anregen, ja herausfordern. Das tut in diesen Zeiten wirklich Not.“ Da gibt es jetzt nur eins: rechtzeitig Karten sichern!

CINEASTISCHE ENTDECKUNGEN IM KINO_P. So ein Theater 2

Das Kino hat in Penzberg eine lange Tradition. Es ist über 100 Jahre her, dass im Gasthaus „Staltacher Hof“ das „Oberland- Filmtheater“ eröffnet worden ist – 1913 war das, und ins Leben gerufen war es „von den Bergmanns- und Fahrradhändlerseheleuten Lorenz und Anna Johanna Harlander.“ Eine der Töchter, Maria Harlander, wurde 1924 zur nachweislich ersten Filmvorführerin in Deutschland – was leider genauso in Vergessenheit geraten ist wie das „Oberland- Filmtheater“ und überhaupt das Meiste an früher Kinogeschichte der Stadt Penzberg. Lange erhalten konnte sich allerdings das „Metropol-Filmtheater“, das 1928 schräg gegenüber der Stadthalle eröffnet worden ist. Damals hießen die Stars Greta Garbo und Asta Nielsen und die Filme waren noch stumm. Aber der Tonfilm war bereits geboren: „The Jazzsinger“, im Oktober 1927 in New York uraufgeführt, gilt als erster Tonfilm schlechthin. Im Deutschland der dreißiger Jahre sorgten dann eben solche Tonfilme wie „Der blaue Engel“ mit Marlene Dietrich, „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ mit Peter Lorre oder „Der Berg ruft“ mit Luis Trenker für cineastische Furore. Nach 1945 übertünchte der Heimatfilm die Schrecknisse des „1000-jährigen Reiches“. Dann kamen die Karl- May-Block-Buster, und schließlich gewann Hollywood die Oberhand über die deutsche Kinolandschaft. Während im Penzberger „Metropol“ die Betreiberin Berta Wilhelm bis ins Alter von 87 Jahren die Stellung hielt („Das Kino hat mich jung gehalten!“), allen rückläufigen Besucherzahlen zum Trotz, schossen anderswo die Multiplex- Kinos aus den Betonböden der Gewerbegebiete. Die Tage des örtlichen Filmtheaters waren gezählt. Und 2001 war dann endgültig Schluss. Die Lichtreklame blieb dunkel, das stimmungsvolle Foyer blieb verwaist. Das Penzberger Kino war Vergangenheit, und nur wenige glaubten daran, dass es wiederbelebt werden würde. Als die Wenzls, Claudia und Markus, 2005 im Gewerbegebiet an der Bichler Straße ein neues Kino eröffneten, war das ein durchaus riskantes Unternehmen. Aktuellen Erhebungen zufolge geht der Deutsche circa 1,5 Mal pro Jahr ins Kino. Die Stadt ist also gar nicht groß genug, um das „KinoP.“ wenigstens kostendeckend zu führen. Es bedurfte eines besonderen Programmes – und daraus resultierend, eines besonders guten Rufes des neuen Kinos am Rand der Stadt. „Rundherum gibt’s ja auch Kinos. Und die spielen fast alle das Gleiche“, sagt Markus Wenzl, der zuvor bereits fünf Jahre lang das Kino in Kochel betrieben hatte. „Wir sind selber Cineasten, und wir können auch mit Mainstream was anfangen. Aber vor allem wollen wir Filme zeigen, die uns selbst Spaß machen.“ Dass die Wenzls den richtigen Weg eingeschlagen haben, zeigt sich unter anderem daran, dass ihr „KinoP.“ alljährlich für das vielseitige Programm ausgezeichnet wird. Kaum zu überbietender Höhepunkt war bislang der Hauptpreis des Filmförderfonds Bayern 2010. Ein anderer Beleg ist die treue und gar nicht so kleine Stammbesucherschaft. Menschen aus Penzberg und aus dem weiten Umland, die sich fürs Kino ganz allgemein begeistern und die sich auf das wöchentlich wechselnde Programm besonders einlassen. „Wir lassen uns oft überraschen von den Filmen, die hier auf dem Programm stehen“, erzählt ein Ehepaar im Foyer. „Es gibt so ziemlich jede Woche eine echte Entdeckung.“ Die Wenzls setzen auf Familienprogramm, auf den einen oder anderen Blockbuster und, wofür sie vor allem weithin bekannt sind, auf Filme, die nicht überall laufen. Französische Komödien mit Niveau, Independent-Filme, auf die Arbeiten noch junger Regisseurinnen und Regisseure. Sie gehören zu den Kinobetreibern, die oftmals junge deutsche Talente fördern und deren Filme zeigen, lange bevor diese Leute dann bekannt und berühmt sind. Hans Steinbichler („Hierankl“) ist so ein Beispiel. Oder Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt ist länger tot“). Übrigens: Das Penzberger KinoP. ist weit und breit das einzige „Unverpackt- Kino“! Was nicht meint, dass die Besucher unverpackt, also hüllenlos, in den Sesseln des großen und des kleines Saales sitzen dürften. Es geht vielmehr und ganz ernsthaft darum, Verpackungsmüll zu vermeiden. Denn bekanntlich gehört zum Kinogenuss immer auch die Nascherei: Gummibärchen, Schoko, Popcorn, Cola. Nichts davon wird mehr in Einwegpackungen angeboten, sondern in Schälchen, Papiertüten, Mehrwegflaschen. Man kann ganz ohne Übertreibung sagen, dass sich in dem nüchternen Gewerbegebietszweckbau an der Bichler Straße ein kultureller Hotspot Penzbergs verbirgt. Nichts wie hin!

So ein Theater 6MEHR ALS 800 MUSIKSCHÜLER

Weil vorhin gerade vom alten „Metropol“ die Rede gewesen ist: Nach langem Leerstand und einem Intermezzo, während dem im Foyer Egbert Grevens Galerie „schön+bissig“ untergebracht war, wird es fortan eine wirklich gute Zukunft haben. Komplett saniert und auf die entsprechenden Belange hin umgebaut, wird das historische Kinogebäude zum Hauptsitz der Städtischen Musikschule. Ein ideales Zentrum, das allerdings in Anbetracht der hohen Schülerzahl nie und nimmer ausreichen würde. Doch es gehört zum Selbstverständnis so ziemlich jeder Musikschule, dass sie an verschiedenen Unterrichts- und Spielstätten wirken muss. Für Musikschulleiter Johannes Meyer (der 2018 auch ein Jubiläum feierte, nämlich sein 30. Jahr an der Musikschule!) und sein aus 33 Lehrkräften bestehendes Team bedeutet das, die Stunden auch an der Bürgermeister- Prantl-Schule, an der Mittelschule und der Grundschule an der Birkenstraße zu geben, zusätzlich in den Nachbargemeinden Seeshaupt, Iffeldorf und Antdorf. Das Angebot reicht von der musikalischen Früherziehung über Mutter- Kind-Gruppen bis zur musikalischen Grundausbildung und natürlich dem Instrumentalunterricht. Unterrichtet wird so ziemlich alles: Blas- und Saiteninstrumente, Streich- und Schlaginstrumente, Tasteninstrumente und da vor allem wieder Klavier, also jenes Instrument, an dem ein großer Teil der musisch veranlagten Bevölkerung den Zugang zum eigen Musizieren gefunden hat und weiterhin finden wird. Das stilistische Spektrum reicht dabei von Klassik bis Volksmusik, von Rock über Folkmusik bis hin zu Pop, Swing und Jazz. „Ich liebe die Musik, kann aber keine Noten lesen“, gesteht der Verfasser dieser Zeilen dem Musikschulleiter. „Könnte ich …?“ „Das bringen wir Ihnen auch noch bei“, sagt Meyer lachend. „Kommen Sie einfach bei uns vorbei.“ Und er meint das ernst. „Unser Schwerpunkt liegt ganz klar darauf, die Menschen zum gemeinsamen Singen und Musizieren zu bringen, sie anzuleiten und zu begleiten.“ Dieses gemeinschaftliche Erleben der Musik kommt in den verschiedenen Ensembles zum Ausdruck, die aus dem Musikschulunterricht hervorgegangen sind. Spielkreise treffen sich regelmäßig, Kinder-, Jugend- und Erwachsenenchöre sind aus dem Kulturleben der Stadt nicht mehr wegzudenken, und dann sind da ja noch das großartige Sinfonieorchester und das Vocal- und Chorensemble, die mit den Ländlichen Konzerten Penzberg zur Hochkultur in der Stadt beitragen. Wie man gleich noch lesen wird, haben sich auch hier Chor und Orchester mehr oder weniger aus der Musikschule heraus entwickelt. Nicht zu vergessen die phantastischen Kindermusicals, die Musikschullehrerin Ellen Hennen mit dem Kinderchor auf die Bühne bringt. All das unterstreicht die erfolgreiche Arbeit der städtischen Einrichtung, die es seit 1979 gibt und die jedes Jahr Teilnehmer zu „Jugend musiziert“ entsenden kann – vom Regionalwettbewerb bis zum Bundeswettbewerb. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass drei Kulturpreisträger der Stadt Penzberg der Musikschule entstammen – Pia Horn (als Teil der Musikerfamilie Horn), Ellen Hennen und Günther Pfannkuch. Dies mag den gebührenden „Lobgesang“ auf Penzbergs Musikschule noch stimmig abrunden.

KLASSIK UND MEHR: DIE LÄNDLICHEN KONZERTE So ein Theater

Mozart, Verdi, Haydn, Beethoven, Vivaldi, Bach. Man denkt unwillkürlich an die großen Konzertsäle der Welt, an die neue Elbphilharmonie oder die berühmte Berliner Philharmonie zum Beispiel oder einfach auch an den Münchner Herkulessaal. Doch dank Günther Pfannkuch kommen große Werke dieser großen Komponisten auch in Penzberg zu Gehör: mit großem Chor, großem Orchester und in ganz großem Stil! Die ersten Überlegungen dazu stellte Pfannkuch zusammen mit Musikschulleiter Meyer und dem Künstler Egbert Greven im Jahr 1990 an. Ein Jahr später konzertierte das Kammerorchester, der Vorläufer des heutigen Sinfonieorchesters, zum ersten Mal. Seither bietet die Reihe Ländliche Konzerte Penzberg alljährlich ein anspruchsvolles und immer ansprechendes Programm, das sich aus Konzerten des eigenen Orchesters und des Chores, aber auch aus Gastauftritten namhafter Interpreten und Ensembles zusammensetzt. Das vor allem Bemerkenswerte aber ist, dass sich die „Penzberger“ an die großen Werke heranwagen konnten. Das Orchester besteht zum überwiegenden Teil aus Amateuren, so sind zum Beispiel die Streicher fast allesamt Laien; dazu kommt ein Bläsersatz aus Berufsmusikern, die Pfannkuch dank seiner guten Vernetzung in der Musikszene für die Proben und Aufführungen gewinnen kann. Pfannkuch hat in München klassische Gitarre und Gesang mit einem Schwerpunkt auf Chor- und Ensembleleitung studiert. Der 2016 verstorbene Penzberger „Kulturpapst“ Ehrenfried Mock, der die Notwendigkeit kulturellen Geschehens in Penzberg als sehr wichtig betrachtete und sich sehr dafür eingesetzt hat, war maßgeblicher Förderer von Pfannkuchs künstlerischen Anliegen. Annähernd 60.000 Konzertgänger haben seit 1991 die verschiedenen Aufführungen besucht und die Darbietungen und Interpreten gefeiert. Warum konzertiert ihr dann nicht auch mal im Gasteig? Das ist eine Frage, die schon öfter an ihn gerichtet worden ist. „Nein“, sagt Pfannkuch, „ich verstehe unser Engagement als eines für Penzberg und natürlich auch für das Umland. Für jedes unserer Konzerte nehmen wir uns etwa ein Vierteljahr zur intensiven Vorbereitung, um dann auch auf hohem Niveau, den Kompositionen entsprechend, die Werke darbieten zu können.“ Und das gelingt auch dank des Engagements Vieler. Man denke nur an so unglaublich komplexe Werke wie Verdis „Requiem“, Händels „Messias“, Bachs „Johannespassion“ oder, als Jahres-Schlusspunkt im Dezember 2018, „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn in der Stadtpfarrkirche Christkönig. Und man denke aber auch an das Andrew- Lloyd-Webber-Musical „Jesus Christ Superstar“, das speziell für die Penzberger Inszenierung ins Deutsche übertragen worden war. Ein besonderes Highlight steht nun 2019 an. „Es ist ja so, dass nicht nur die Stadt, der ich mich sehr verbunden fühle, ein großes Jubiläum feiert, sondern auch die Musikschule. Am 25. Mai wird sie 40 Jahre alt. Und dazu lassen wir uns einiges einfallen.“ Pfannkuch möchte mit seinen Ensembles drei Highlights zum Jubiläumsjahr beisteuern. Mit der Johannespassion von Johann Sebastian Bach (Sonntag, 7. April), einem Sinfoniekonzert (Sonntag, 21. Juli) und mit einer Uraufführung am 15. und 16. Dezember: Ein großes „Magnificat“ für Solisten, Chor und Orchester, komponiert von Holger Aurel Jung, der u.a. schon mit „Les Chants d’Avignon (Text Max Kruse), dem Rock-Oratorium „Deborah“ und zuletzt „Luther“ von den beiden Ensembles mit großem Erfolg dargeboten wurde.

So ein Theater 9KLEINKUNST GANZ GROSS

Urban Priol, Sigi Zimmerschied, Dieter Hildebrandt, Andreas Giebel, Gerhard Polt, Maxi Schafroth, die Biermösl Blasn. Kleinkunst? Nein! Die große Kunst geschliffenen Kabaretts, die seit 1993 fester Bestandteil von „Aktion Kleinkunst“ und dem seit einem Vierteljahrhundert alljährlich stattfindenden Festival „Tollhub“ auf Gut Hub am westlichen Ortstrand von Penzberg ist. Wer in Penzberg und Umgebung lebt und immer wieder einmal die Gelegenheit genutzt hat, beim Festival vorbeizuschauen, wird dennoch fassungslos sein, dass es diese zur Institution gewordene Veranstaltung nunmehr schon seit über einem Vierteljahrhundert gibt. Zu verdanken ist dies, sowohl was die Initiative dazu als auch die Beharrlichkeit angeht, vor allem Evi Mummert. Sie gehört wie Mock, Meyer, Pfannkuch, Hennen, Sendl, Greven, Jung und noch einige anderen zu jenen Menschen, die das kulturelle Leben in der Stadt maßgeblich geprägt haben. Und sie gehört zweifellos zu jenen, die dafür sorgen konnten, dass Penzberg als Kulturstadt im Oberland einen hervorragenden Namen bekommen hat. „Ach wo“, sagt sie forsch. „Da brauchst doch nicht so viel über mich schreiben. Wir sind ein großes Team, und alle packen mit an. Sonst ginge das ja auch gar nicht.“ Doch wenn sich der Schreiber nicht dreinreden lässt und, um im bayerischen Duktus zu bleiben, „die Kirch’ im Dorf“ haben will, dann muss er auch dafür sorgen, dass die Ehre jenen zuteil wird, denen sie gebührt. Und die Mummert Evi ist so eine. Schon als Gewerkschaftsjugendliche hat sie der Kabarettgruppe „Querulanten“ angehört (das war in den 1960-er Jahren), später war sie immer dabei, wenn ambitionierte Projekte wie etwa die „Broadway Nights“ auf die Stadthallen-Bühne gebracht wurden. Als (hyper)aktive Kulturschaffende hat sie ihre Kontakte stets ausgebaut und genutzt. Bei den Künstlern, Kabarettisten, Musikanten, Schauspielern ist „Tollhub“ ein Begriff, und sie verbinden ihn immer mit dieser Frau. So kann man sich hierorts also glücklich schätzen, dass es das „Tollhub“ gibt, und dazu noch die eine oder andere Sonderveranstaltung der „Aktion Kleinkunst“. „Schaun mer einmal, wie’s weitergeht“, sagt Evi Mummert. „Die Jüngste bin ich nicht mehr. Für unsere Zukunft braucht es Leute, die sagen, wir packen da jetzt richtig an und führen das weiter.“ Eine Herausforderung. Eine Aufgabe fürs nun bald beginnende zweite Jahrhundert der Stadt Penzberg …

FAZIT

Natürlich bietet die nahe Großstadt München eine enorme, kaum mehr überschaubare Fülle an kulturellen Veranstaltungen und Initiativen. Doch Penzberg braucht sich nicht zu verstecken. Das Engagement stimmt, die Begeisterung ist groß und die Qualität ebenso. Hier, in „Greater Munich“ (wie Roche Penzberg sich verortet) fehlt dem kulturinteressierten Bürger letztlich nichts. Es gibt viele Möglichkeiten, Musik, Theater, Kabarett und Film zu erleben. Und es gibt ebenso viele Möglichkeiten sich selbst am Kulturleben der Stadt zu beteiligen. Die Türen stehen wohl überall offen. Einfach mal reinschauen.