Hanni, oder warum es in dieser Stadt so viele Schafe gibt

Jede Wette: Eine Umfrage unter Einheimischen wie unter Besuchern der Stadt würde ein nicht gerade ermutigendes Ergebnis mit sich bringen.

Wer könnte auch schon auf Anhieb sagen, warum man überall in Penzberg einem Schaf begegnet? An der Ortseinfahrt, wenn man von der Autobahn kommt; auf Veranstaltungshinweisen; auf Wappen – überall das Schaf, mal den Blick stoisch in die Ferne gerichtet, mal fröhlich-frech grinsend den Betrachter betrachtend. Und das oft noch als hellblaues (?) Schaf, wo man doch in der ehemaligen Bergbaustadt wenn schon, dann mit einem schwarzen rechnen würde …

Deshalb hier für alle, die es nicht wissen: Das Schaf ist zuerst einmal Bestandteil des Penzberger Stadtwappens. Genau genommen handelt es sich um das Osterlamm und damit um das Symbol Johannes des Täufers. Und der galt und gilt – unter anderem – als Ortspatron von St. Johannisrain, jenem gerade einmal einen Kilometer Luftlinie vom Stadtzentrum entfernten Weiler, in dem Penzbergs historische „Wurzeln“ liegen.

Es waren sodann die Marketing-Expertin Monika Uhl, die das Lamm ins Schäfchen „Hanni“ verwandelt hat, und der bekannte Grafiker und Karikaturist Egbert Greven (1941 – 2018), der es kongenial zum Leben erweckte: ein Symbol und Maskottchen für die Stadt.

Das war im Jahr 2011, genau ein Jahrhundert nachdem aus Sankt Johannisrain Penzberg geworden war. Und ebenfalls ziemlich genau ein Jahrhundert, nachdem sich unweit von Penzberg die später weltberühmt gewordene Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ gegründet hatte. Was wiederum bei der Farbgebung für Hanni eine nicht unbedeutende Rolle gespielt haben soll… So ist das also, sagt nun der Leser. „Määähhh“, sagt Hanni, das Penzberger Schaf…